Wenn Wasser verrückt wird

Zu viel davon, und es gibt Überschwemmungen. Zu wenig, und es herrscht Dürre. In beiden Fällen droht Lebensgefahr. Aber ohne Wasser können wir nicht leben.

Jeder von uns verbraucht täglich circa 125 Liter Wasser: zum Trinken, Waschen, Kochen, für die Klospülung. Das ist aber noch lang nicht alles: Auch wenn wir Pizza essen, unser Handy benutzen und uns ein cooles Outift anziehen, steckt dahinter Wasserverbrauch. Was schätzt du, wie viel?

 

ProduktWasserverbrauch in Litern
PC 20.000
1 kg Rindfleisch 15.000
T-Shirt 2.500
1 kg Bananen 1.000
Smartphone 900
1 Tasse Kaffee 140
1 Scheibe Brot 50

Auch für die Herstellung unseres Essens, unserer Kleidung, unserer Smartphones, unserer Bücher wird Wasser benötigt. Natürlich stecken in einem Kilogramm Rindfleisch nicht 15.000 Liter Wasser (siehe Tabelle Virtuelles Wasser).
Aber das Schnitzel war einmal eine Kuh. Sie hat Wasser getrunken, ihr Futter hat zum Wachsen Wasser benötigt. Bis ein Kilo von ihrem Fleisch dann im Supermarkt landet, sind es 15.000 Liter. Unsere Jeans sind aus Baumwolle. Baumwolle braucht zum Wachsen besonders viel Wasser. 8.000 Liter sind es für eine Jeans.
Wir verbrauchen also Wasser, auch ohne den Wasserhahn aufzudrehen – indem wir Dinge kaufen. Dieses Wasser heißt „virtuelles“ – indirektes oder angenommenes – Wasser. Wenn man das mitberechnet, dann verbraucht jeder von uns nicht 125 Liter Wasser am Tag, sondern 4.000 Liter: 20 Badewannen voll.

Überfluss und Mangel
Viele Dinge, die wir essen oder benutzen, werden in Ländern hergestellt, die unter Wassermangel leiden. Die Herstellung von einem Kilo Kartoffeln verbraucht bei uns 10 Liter Wasser – in Äthiopien, einem Land im Osten Afrikas, mehrere hundert Liter. Deshalb ist es besser, Produkte zu kaufen, die bei uns gewachsen sind oder hergestellt worden sind. Und natürlich solche, für die gerade Erntesaison ist. Im Winter Erdbeeren zu essen, die in Ägypten angebaut worden sind, ist also nicht sinnvoll.
Der Klimawandel verschärft die Wasserprobleme auf der Welt. In einigen Regionen regnet es jetzt weniger als früher, Flüsse trocknen aus, es herrscht Dürre. Andere Gebiete – auch in Österreich– erleben heftige Regenfälle und Überschwemmungen.
 

VIDEO: Tobi checkt, wo auf der Welt das Trinkwasser besonders knapp ist und wo das kühle Nass herkommt, das bei uns ganz einfach aus dem Hahn fließt.

Gefangen im Eis
Obwohl die Erde zu 70 Prozent von Wasser bedeckt ist, kann man nur einen sehr kleinen Teil davon trinken. Der größte Teil des Wassers ist das Salzwasser in den Meeren. Nur etwa 3 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde sind Süßwasser, und das meiste davon ist in Gletschern und im Eis der Pole gefangen. Das bedeutet, dass nur ein winziger Anteil des Wassers für Menschen und Tiere verfügbar ist.
Zwei Milliarden Menschen haben überhaupt kein sauberes Wasser. Sie trinken oft verschmutztes Wasser und bekommen davon Infektionen und schweren Durchfall. Jedes Jahr sterben Millionen von Menschen, besonders Kinder, an Krankheiten, die von schmutzigem Wasser verursacht werden. Das Rote Kreuz versucht, das zu verhindern.

Lies den Artikel und überlege: Wo kannst du in deinem Alltag Wasser einsparen?


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