Wie habt ihr das gemacht?
Vor tausenden von Jahren haben Menschen Dinge gebaut und erfunden, die wir bis heute nicht erklären können. Wir schauen auf sechs Rätsel aus dieser Zeit.
Die Pyramiden sind die ältesten Bauwerke, die noch stehen. Um ein paar Tote zu begraben, haben Menschen vor 4.500 Jahren Millionen Steine aufgetürmt, jeder mit einem Gewicht von bis zu 15 Tonnen. Ohne Lastwagen, ohne Kräne ... wie haben sie das geschafft?
Im Jahr 1900 fanden Taucher auf dem Grund des Meeres vor Griechenland eine Kiste. Sie enthielt die Reste einer 2.100 Jahre alten Rechenmaschine. Erst 1.700 Jahre später wurde wieder eine ähnliche Maschine hergestellt. Woher hatten die Menschen damals das Wissen?
Wir wissen viel über die Welt. Aber einige Geheimnisse sind bis heute ungeklärt.
1. Astronauten der Antike?
Haben Außerirdische geholfen, die Pyramiden zu bauen?
Es ist das älteste und größte Grab im „Tal der Könige“ in Ägypten. Errichtet wurde es, um den Pharao („König“) Cheops darin zu begraben. Allein für die Cheops-Pyramide haben Menschen vor 4.500 Jahren 2,4 Millionen Steine aufgetürmt, jeder wog bis zu 15 Tonnen. Jeder dieser Blöcke musste zuvor aus dem Fels geschlagen und in Quaderform gehauen werden.
Dieses Grab von Herrscher Cheops ist so riesig, dass sogar die größte Kirche der Welt, der Petersdom in Rom, in seinem Inneren Platz finden würde.
Wie die alten Ägypter es ohne Kräne und Maschinen geschafft haben, so etwas Riesiges zu bauen, wissen wir bis heute nicht.
Warum sie es getan haben, schon: Der Tod war für sie die Reise in ein weiteres Leben. Dabei sollte es ihren Herrschern an nichts fehlen. Um sicher ins Jenseits zu kommen, wurden die Gottkönige zusammen mit Waffen, Kleidung, Speisen und Schätzen in ein geschütztes Grab gelegt. Bücher über den Bau der Pyramiden lagerten in der Bibliothek von Alexandria in Ägypten und wurden vor 2.000 Jahren zerstört.
Was bleibt, ist ein Rätsel: Bei 2,4 Millionen Steinen müssen die Ägypter für das Grab des Cheops alle zwei Minuten einen Steinquader in Form geschlagen und in die Pyramide eingesetzt haben.
Möglich war das nur mit einer Unmenge von Arbeitern, die an vielen Stellen gleichzeitig gebaut haben. Manche Menschen können es trotzdem nicht glauben. Sie behaupten: Nur mit Hilfe von Außerirdischen war das zu schaffen.
Doch die Pyramiden sind nicht über Nacht entstanden. 20 Jahre bauten die ägyptischen Baumeister allein an der Cheops-Pyramide. Im Lauf der Jahrhunderte lernten sie ständig dazu.
Die Steine stammten aus Steinbrüchen in der Nähe der Baustellen. Experimente haben gezeigt, wie man sie auch mit einfachen Werkzeugen bewegen konnte.
Alle Antworten haben wir noch nicht. Trotzdem können wir unseren Vorfahren zutrauen, dass sie die Pyramiden gebaut haben – ganz ohne Außerirdische!
Video
Sieh dir das Video an und beantworte folgende Fragen:
- Was musste für den Pyramidenbau als erstes gemacht werden?
- Wie wurden die Steinblöcke für den Pyramidenbau vermutlich transportiert?
- Wer hat die Pyramiden gebaut?
2. Die Himmelsscheibe von Nebra
Sie ist uralt und zeigt Sonne, Mond und Sterne.
Sie ist eine kreisförmige Platte aus Bronze und 4.000 Jahre alt. Auf ihrer Oberfläche sind Sonne, Mond und Sterne aus Gold zu sehen. Aber wozu wurde sie benutzt?
Schon die Entdeckung der Scheibe war ein Krimi: Zwei Grabräuber haben sie 1999 in der Nähe der deutschen Stadt Nebra gefunden, zusammen mit Schwertern und Armreifen. Mehrmals wurde die Scheibe weiterverkauft, was verboten war. Denn solche Schätze gehören ins Museum, wo alle sie sehen können.
Schließlich gingen die Verkäufer der Polizei in die Falle und wanderten ins Gefängnis. Damit war dieser Fall geklärt.
Wozu Menschen damals die Scheibe benutzt haben? Vielleicht um zu bestimmen, wann die beste Zeit für Bauern war, um zu säen und zu ernten. Vielleicht ...
3. Der erste Computer
Im Jahr 1900 trieb ein Boot vor einer griechischen Insel. Taucher sprangen ins Wasser – und holten eine seltsame Maschine aus dem Meer.
Es wird hell, es wird dunkel: ein Tag. Frühling, Sommer, Herbst und Winter: die Jahreszeiten. Und am Himmel stehen Sterne. Niemand wusste, was sie mit Tag und Nacht und Jahreszeiten zu tun haben. Jahrtausendelang war das einfach so.
In der vierten Stunde ist Bio. Im Mai habe ich Geburtstag. Im Winter ist es kalt, weil die Sonne so weit weg von der Erde ist. Die Zeit einzuteilen, den Himmel zu lesen, ist heute normal. Aber seit wann gibt es Kalender und Uhren?
Dieses Wissen haben wir Menschen seit wenigen Jahrhunderten. Glauben wir. Aber Taucher haben im Jahr 1900 im Meer vor der griechischen Insel Antikythera den ersten „Computer“ der Menschheit gefunden.
Die Rechenmaschine ist 2.100 Jahre alt. Forscher nennen das komplizierte Räderwerk mit winzigen Zahnrädern aus Bronze ein OOPA, ein „Out of Place Artefact“: ein Ding, das es unserem Wissen nach zu jener Zeit nicht gegeben haben kann.
Mit diesem Himmelskalender konnte man Tage und Jahreszeiten vorausberechnen. Und auch, wann sich die nächste Sonnenfinsternis ereignen würde, welche Bahnen die Planeten ziehen.
Wer hat das OOPA gebaut? Niemand weiß es. Die Maschine war im Meer versunken.
Erst 1.000 Jahre später haben Menschen wieder so etwas gebaut, und sie haben es Computer genannt ...
4. Die Bagdad-Batterie
Als sie gebaut wurde, war die Elektrizität noch nicht entdeckt.
Sie sieht aus wie eine Vase und ist aus Ton gemacht. In ihrem Inneren sind ein Rohr aus Kupfer und Eisenstäbe. Entdeckt wurde sie 1936. Das, meinte damals der Direktor des Nationalmuseums von Bagdad im Irak, Wilhelm König, ist eine Batterie! Mit der Vase kann man Strom erzeugen.
Doch diese „Bagdad-Batterie“ ist 2.000 Jahre alt, und damals wusste noch niemand, was Elektrizität ist. Einige Forscher waren de Meinung von König, andere hielten sie für Unsinn. Wurde die „Batterie“ verwendet, um Gegenstände aus Metall zu vergolden? Oder um kranken Menschen zu ihrer Heilung Elektroschocks zu verabreichen?
Die Wissenschaft hat sich bis heute auf keine dieser Ideen einigen können. Inzwischen kann man die Vase nicht mehr untersuchen. Denn während des Krieges im Irak im Jahr 2003 wurde das Nationalmuseum ausgeraubt. Seither ist auch die „Bagdad-Batterie“ verschwunden.
5. Die Karte des Piri Reis
Wie konnte er die Erde von oben sehen?
Jahrhundertelang regierten die Sultane (Herrscher) die Türkei vom Topkapi-Palast in Istanbul aus. Viele Schätze haben sich in dieser Zeit dort angesammelt, darunter die Land- oder besser: Seekarte des Piri Reis. Sie zeigt Teile Europas, das Mittelmeer, Nord- und Westafrika, Nord- und Südamerika und die Meere dazwischen. Zum Teil ist sie so genau, dass sich Forscher wundern, wie der Seefahrer Piri Reis schon so früh, im Jahr 1513, eine solche Karte zeichnen konnte.
Heute beobachten täglich tausende Satelliten aus dem All die Erde und vermessen sie zentimetergenau. Aber wie konnte Piri Reis damals so genau wissen, wie die Welt von oben ausgesehen hat?
Bessere Landkarten hat nur zuvor Juan de la Cosa gezeichnet, ein Begleiter von Christoph Columbus, der 1492 Amerika entdeckt hat.
Wie er das gemacht hat, bleibt auch bis heute ein Rätsel.
6. Ein Ding mit 12 Seiten
Niemand weiß, wofür die Dodekaeder verwendet wurden.
Sie sind hohl, so groß wie eine Faust und haben zwölf fünfeckige Seitenflächen. Deswegen heißen sie „Dodekaeder“ (griechisch: Zwölfflächner).
Hergestellt haben sie die Römer vor rund 1.800 Jahren. 116 von ihnen wurden bis heute gefunden. Doch noch immer weiß niemand, wozu sie gut waren. Kerzenständer? Waffen? Kinderspielzeug? Buchstützen im Regal?
Einige Forscher meinen, dass mit ihnen die Zukunft vorhergesagt wurde. Andere sagen: Das war eine Hilfe zum Stricken von Handschuhen, eine Art „Strickliesel“. Eine Antwort gibt es bis heute nicht.
Hörübung
Lies den Text oben. Hör dir die fünf Aussagen im Hörtext an und entscheide, ob sie stimmen, nicht stimmen oder im Space gar nicht vorkommen.




